Stromanbieter wechseln – gibt es genug Ökostrom?

Genug Ökostrom | Anlage Strem Südburgenland | Wagenhofer Erneuerbare Energien-Ökostrom | (c) Astrid Minnich Wagenhofer Erneuerbare Energien-Ökostrom | (c) Astrid Minnich
Kurze Antwort: Für Ihre Versorgungssicherheit ist Ihr regionaler Netzbetreiber zuständig und nicht Ihr Stromlieferant. Auch wenn Sie Ökostrom von einem alternativen Stromanbieter beziehen, ist in jeder Sekunde gewährleistet, dass Ihnen der Strom nie ausgeht.

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Ich will Stromanbieter wechseln, gibt es genug Ökostrom?

Kurze Antwort: Für Ihre Versorgungssicherheit ist Ihr regionaler Netzbetreiber zuständig und nicht Ihr Stromanbieter. Ihr Netzbetreiber stellt sicher, dass Sie immer Strom bekommen. Auch wenn Sie Stromanbieter wechseln und Ökostrom von einem alternativen Stromanbieter beziehen und dieser aus irgendeinem Grund einmal nicht genug Ökostrom liefern kann, wird immer Strom aus Ihrer Steckdose fließen.

Stromanbieter ist nicht Netzbetreiber

Etwas detaillierter: Wenn Sie Stromanbieter wechseln – der Netzbetreiber, der Ihnen den Strom liefert, bleibt immer derselbe. Was verwirren mag, sind die verschiedenen Namen, die man oft auf Verteilstationen, Abrechnungsblättern etc. liest. Die Austrian Power Grid (www.apg.at) ist Übertragungsnetzbetreiber, die Wiener Stadtwerke, EVN, Kelag und alle anderen betreuen die Verteilernetze. Das ganze System wird in Österreich von einer staatlichen Institution, der e-Control, beaufsichtigt. Das wichtigste Ziel aller dieser Institutionen ist es, Ihre Stromversorgung sicherzustellen – und zwar zu jedem Zeitpunkt.

Balance Stromangebot Stromverbrauch

Die APG steuert das Netz und ist dafür verantwortlich, dass in jeder Sekunde genau so viel Strom ins österreichische Netz eingespeist wird, wie gerade verbraucht wird. Diese Balance ist der Knackpunkt. Damit das gelingt, muss die Netzfrequenz bei exakt 50 Hertz liegen. Gelingt das nicht, kommt es zu einem Stromausfall, der je nach Ursache ein paar Minuten dauern kann, oder auch mehrere Stunden oder sogar Tage. Dann spricht man von einem Black-Out: ökonomisch wie politisch eine Riesenkatastrophe. Ohne ausreichend Strom bricht unsere moderne, digitalisierte Gesellschaft in kürzester Zeit zusammen. Nichts geht mehr.

Die APG und der Verteilnetzbetreiber verhindern das, indem sie Stromangebot und Stromverbrauch in Balance halten. Sie nehmen nach Bedarf Stromverbraucher vom Netz oder schalten Stromanbieter zu. Natürlich nicht irgendwelche. Mit diesen Stromverbrauchern bestehen Verträge, die bekommen Entgelte und es gibt natürlich die entsprechende Kommunikations-Infrastruktur. Wir nennen das Regelenergiemarkt. Mit Hilfe dieses Instruments können je nach Dringlichkeit in drei Stufen Maßnahmen gesetzt werden: innerhalb von wenigen Sekunden, innerhalb von 5 Minuten und innerhalb von 15 Minuten. Der Regelenergiemarkt funktioniert seit Jahren reibungslos, wird über Netzentgelte abgegolten und läuft für Sie unsichtbar im Hintergrund.

Die gute Nachricht: Sie werden immer genug Strom bekommen. Aber was, wenn es nicht genug Ökostrom im Netz gibt?

Nicht genug Ökostrom: dann Kohle- und Atomstrom

Die weniger gute Nachricht: Dieses System funktioniert derzeit mit Strom ungeachtet seiner Herkunft. Will heißen: Wird es eng, wird dort Strom zugekauft und ins Netz gespeist, wo er gerade vorhanden ist: im Regelfall ist das Kohle/Atomstrom aus dem benachbarten Ausland.

Was Ihnen also sehr wohl Kopfzerbrechen bereiten darf, ist die Frage, wie Sie sicherstellen, dass aus Ihrer Steckdose echter Ökostrom fließt… Tja, da gibt es nur eine Antwort: Sie müssen sich für den „richtigen“ Stromlieferanten entscheiden. Denn Sie wissen ja: jedes gute Ökostrompaket, das ins Netz eingespeist wird, verdrängt ein Strompaket ungewisser Herkunft. So einfach ist das.

Also: genug Ökostrom gibt es dann, wenn ausreichend Menschen in Österreich Ökostrom kaufen. Alles klar soweit?

pw